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Hochschultage Berufliche Bildung 2019

Workshop 04 Weiterbildung in digitalisierten Arbeitswelten

Prof. Dr. Gabriele Molzberger (Bergische Universität Wuppertal)
Dr. Daniela Ahrens (Universität Bremen)

Die marktförmige Weiterbildungsorganisation und normative Programmatiken der Selbststeuerung und des selbstorganisierten Lernens haben seit den 1990er Jahren dafür gesorgt, dass Fragen der Kompetenzentwicklung und der beruflichen Entwicklung in die Verantwortung des Einzelnen gelegt wurden. Angeheizt durch die Diskussionen um Digitalisierung und Arbeiten 4.0 erfährt die Weiterbildung erneut öffentliche Aufmerksamkeit. Der Anspruch betrieblicher Weiterbildung darf sich dabei nicht auf eine Anpassungsqualifikation an technologische Umbrüche reduzieren, will sie nicht ihren emanzipatorischen Auftrag verlieren. Die Weiterbildung ist herausgefordert, die Wechselwirkungen zwischen den technologischen Veränderungen und deren Implikationen für die Arbeitsorganisation aufzugreifen und Verbindungen zum Bildungssystem herzustellen.

Wie sich das Verhältnis von betrieblicher Bildungsarbeit und beruflicher Weiterbildung in digitalisierten Arbeitswelten gestaltet bzw. zukünftig gestalten lässt, ist ein zentrales Problem, welches im Workshop diskutiert werden soll. Dabei wird es auch darum gehen, am Beispiel verschiedener Branchen entsprechende Bestandsaufnahmen zu den neuen Problemstellungen zu leisten. Der aktuelle Technologisierungsschub birgt Chancen und Risiken für eine zukunftsfähige Weiterbildung. Diese steht historisch in Verbindung mit dem Prinzip der Beruflichkeit als soziale Organisationsform von Arbeit und der Herausbildung sowie Stabilisierung kollektiver Identitäten. Der Workshop setzt hier an und wendet sich den unterschiedlichen Gestaltungsperspektiven von Weiterbildung und betrieblicher Bildungsarbeit zu und lotet folgende Fragen aus:

  • Welche Veränderungen in den Tätigkeits- und Beschäftigungsprofile lassen sich für einzelne Branchen derzeit treffen?
  • Wie lassen sich die Wechselwirkungen betrieblicher Strukturwirkungen und individueller Lernhandlungen so zusammenführen, dass Lernmöglichkeiten und -potenziale realisiert werden jenseits reiner Anpassungsqualifikationen "on demand"?
  • Welche Voraussetzungen sachlicher, personaler und konzeptueller Art müssen gegeben sein, damit Beschäftigte in der Erweiterung und Vertiefung von beruflichen Fähigkeiten und Kenntnissen sowie in ihrem Vermögen mit "Anderen" zusammenzuarbeiten unterstützt werden?
  • Und: Worauf zielt eine humane Digitalisierung und welche Bedeutung hat das normative Konzept der Solidarität für die Weiterbildung?

Das Workshopkonzept vereinigt unterschiedliche disziplinäre und institutionelle Perspektiven und bezieht gesellschaftsanalytische wie weiterbildungstheoretische, empirische wie systematische, modellbildende wie evaluierende, rekonstruierende wie prognostizierende Zugänge ein.

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