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Hochschultage Berufliche Bildung 2019

Workshop 02 Transformation der Lernortkooperation im Kontext der Digitalisierung – Potenziale und Herausforderungen für die Professionalisierung außerschulischen Bildungspersonals

Prof. Dr. Andreas Diettrich (Universität Rostock)
Prof. Dr. Martin Fischer (Karlsruher Institut für Technologie [KIT])
Dr. Matthias Kohl (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung [f-bb])

Kernelement des dualen Ausbildungssystems in Deutschland ist das Zusammenwirken unterschiedlicher Lernorte, insbesondere aber von Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben. Die Kooperation der Lernorte (gem. § 2 BBiG) gilt als wesentlicher Bestandteil der Qualität beruflicher Ausbildung (ProQuali 2011, Rauner/Piening 2017). Die Bedeutung der Lernortkooperation (LoK) geht soweit, dass sie sich förderlich oder ggf. hinderlich auf die Identifikation der Auszubildenden mit ihrem Beruf auswirkt (vgl. ebd. 25). Hier entscheidet sich, ob die Theorie-Praxis-Verschränkung der Berufsausbildung ge- oder misslingt. Die Kooperation und Abstimmung zwischen den Akteuren der Berufsausbildung ist wesentlicher Erfolgsfaktor und "Voraussetzung für die Steigerung der Leistungsfähigkeit des dualen Systems" (KMK 1997, 8).

Bisherige Forschungen zeigen jedoch, dass die LoK hinter den Erwartungen zurückbleibt und überwiegend "kontinuierlich-probleminduzierte Kooperationskontakte" (Walden 1999, 138 ff.) aufweist. Ferner sind Kooperationsbemühungen auf den dritten Lernort, z. B. überbetriebliche Ausbildungsstätten (ÜBS) auszuweiten ('triales System'), die in manchen Berufen und Regionen Deutschlands längst zur tragenden, Innovationen induzierenden Säule des Ausbildungssystems geworden sind (vgl. BIBB 2017). Die Digitalisierung bietet hier ein besonderes Gestaltungspotenzial für die Berufsbildung, um die LoK im Sinne eines Zwei-Ebenen-Ansatzes (vgl. u. a. Brüggen/Bröckling/Wagner 2017) auf inhaltlicher und auch auf organisatorisch-kommunikativer Ebene zu erweitern, zu vertiefen und systematischer zu verankern. Die inhaltliche Ebene fokussiert Kooperationen in Bezug auf die Digitalisierung als Bildungsgegenstand sowie Lerninhalt. Auf der organisatorisch-kommunikativen Ebene geht es um den Einsatz digitaler Medien als technisches (Bildungs-)Werkzeug und Kommunikationsplattform.

Eine zentrale Rolle in diesem Gestaltungs- und Transformationsprozess kommt dem Bildungspersonal an den zwei bzw. drei Lernorten zu: Aktuelle konzeptionelle und auch empirische Forschungsarbeiten belegen zwar Funktionserweiterungen für das Bildungspersonal (Diettrich 2013) respektive veränderte Handlungsstrukturen (Brünner 2014), allerdings liegen Erfahrungen und Forschungsergebnisse hinsichtlich einer stärkeren Nutzung digitaler Medien und Konsequenzen für die Professionalisierung des Bildungspersonals kaum vor.

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