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Hochschultage Berufliche Bildung 2019

Fachtagung 12 Körperpflege
Körperhandwerk im digitalen Wandel

Prof. Dr. Alexandra Karentzos (Technische Universität Darmstadt)
Sylvia Weyrauch (Technische Universität Darmstadt)

Friseur- und Kosmetikdienstleistungen als handwerkliche Tätigkeiten am Körper scheinen auf den ersten Blick nicht in Zusammenhang mit Digitalisierung zu stehen. Geht man doch bei diesen handwerklichen Praktiken an Haut und Haar vom unmittelbaren menschlichen Kontakt aus. Vidal Sassoon hebt allerdings hervor, dass das Haareschneiden als modularer Aufbau von Schnitttechniken verstanden werden kann, wobei er sich an den Ideen des Bauhauses orientiert. Das Bauhaus war als Kunstschule zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Impulsgeber der Moderne und brachte Kunst und Handwerk zusammen. Dabei stand insbesondere im Design und in der Architektur das Verhältnis von Handwerk und Massenproduktion im Zentrum. Sassoon bezieht sich auf diese Ausgangspunkte: Zum einen versteht er Friseurhandwerk als eine angewandte Kunst, in der sich Kunst und Handwerk verbinden. Zum anderen zeigt er auf, dass die Grundlage der Massenfertigung ein Prototyp ist, der erst in einer Verbindung von kreativem Prozess und der Analyse von Techniken entsteht: "Mein Traum war das Haar im Reich der Geometrie: Quadrate, Dreiecke, Rechtecke und Rhomben", so Sassoon. Kreativität wird in eine mathematische Struktur übersetzt.

Daran anknüpfend ließe sich fragen, inwiefern sich gerade eine solche modulare Herangehensweise der Mathematisierung von Schnitttechniken für verschiedene Formen der Digitalisierung anwenden ließe. Die Fachtagung möchte der Frage nachgehen, wie eine "moderne Synthese" (Alfred H. Barr) von Handwerk und Digitalisierung aussehen kann. Die vielfältigen Probleme der Digitalisierung, die auf Handwerk, Industrie und Bildungseinrichtungen zukommen, sollen kritisch betrachtet werden. Es stellen sich Herausforderungen wie Datenschutz, softwaregestütztes Lernen, ungetestete pädagogische Konzepte und kommerzielle Interessen.

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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 01.04.2019