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Lernfelder und Bündelungsfächer

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Aufbereitung und Bearbeitung von Produkten

Für die unterrichtliche Umsetzung der Lernfelder des Bündelungsfaches Aufbereitung und Bearbeitung von Produkten eignen sich besonders auftrags- bzw. kundenspezifische Aufgabenstellungen zur Herstellung von Produkten sowie zur Vor- und Aufbereitung der eingesetzten Stoffe. Die betriebliche Umsetzung der Aufträge setzt jeweils ein planvolles und zielgerichtetes Vorgehen voraus.

Im ersten Ausbildungsjahr stehen die manuelle und die maschinelle Fertigung von Werkstücken im Vordergrund (LF 1, LF 2). Hierzu werden auftragsbezogene Daten analysiert und die Fertigungsprozesse hinsichtlich Material-, Werkzeug- und Maschineneinsatz geplant. Die Schülerinnen und Schüler legen hierbei technologische, wirtschaftliche und ökologische Auswahlkriterien fest. Sie dokumentieren und erläutern die Auftragsdurchführung. Anschließend reflektieren und optimieren sie die Arbeitsabläufe.

Der Schwerpunkt im zweiten Ausbildungsjahr liegt in der Vor- und Aufbereitung von Einsatzstoffen oder Einsatzprodukten sowie deren Transport und Lagerung (LF 8). Die Schülerinnen und Schüler analysieren dazu die Anwendung der benötigten Stoffe und Produkte, planen deren Einsatz sowie deren Transport, Lagerung und Entsorgung. Beim Transport berücksichtigen sie sowohl sicherheitstechnische Aspekte als auch mechanische Parameter für die Auswahl der Förderzeuge. Nach der Durchführung verfahrenstechnischer Prozessschritte entnehmen sie Proben, um diese hinsichtlich der geforderten Eigenschaften zu beurteilen.

Im dritten Ausbildungsjahr werden mit Hilfe der auf- bzw. vorbereiteten Einsatzstoffe oder Einsatzprodukte Werkstoffe (LF 9a) oder Umformprodukte (LF 9b) hergestellt.

In den Fachrichtungen Eisen- und Stahlmetallurgie und Nichteisenmetallurgie analysieren die Schülerinnen und Schüler die zu erzeugenden Werkstoffe und stellen diese nach der Planung der Prozessschritte gemäß der Auftragsvorgaben und Anforderungen her.

In den Fachrichtungen Stahlumformung und Nichteisenmetallumformung stellen die Schülerinnen und Schüler mit dem von ihnen geplanten und ausgewählten Umformverfahren Produkte her und überwachen und steuern neben den Produktionsanlagen auch die technologischen Parameter der hergestellten Produkte. Dabei beurteilen Sie die Qualität der Produkte sowie die Einhaltung der kundenspezifischen Anforderungen.

Produktfertigung und -anpassung

Das Bündelungsfach Produktfertigung und -anpassung fasst Lernfelder zusammen, die sowohl die Herstellung von Baugruppen, Stoffen und umgeformten Bauteilen beinhalten als auch die Einstellung kundenseitig geforderter Eigenschaften sowie deren Prüfung und Überwachung.

Im ersten Ausbildungsjahr steht die Herstellung und Montage von Baugruppen durch den Einsatz unterschiedlicher Fügeverfahren im Vordergrund (LF 3). Hierzu werden technische Dokumente ausgewertet und auf der Grundlage dieser Analyse Montageprozesse geplant und durchgeführt.

Im zweiten Ausbildungsjahr werden, neben der Durchführung grundlegender metallurgischer Prozesse, nach Analyse und Planung der Verfahrensschritte Materialkenngrößen ermittelt und bewertet (LF 6). Darüber hinaus werden nach Kenntnis des Werkstoffaufbaus Umformverfahren fachgerecht ausgewählt und grundlegende Umformungen zur Herstellung von Bauteilen durchgeführt (LF 7).

Um die Werkstoffeigenschaften der hergestellten Werkstoffe und Produkte entsprechend der Kundenanforderungen einzustellen, wenden die Schülerinnen und Schüler im dritten Ausbildungsjahr Verfahren zur Veränderung der Stoffeigenschaften an (LF 10). Dazu führen sie unterschiedliche Wärmebehandlungsverfahren durch und analysieren zur Planung der Abläufe technische Unterlagen, um die Verfahrensparameter festzulegen.

Im vierten Ausbildungsjahr prüfen die Schülerinnen und Schüler die hergestellten Produkte auf die Einhaltung der kundenspezifischen Anforderungen und leiten bei Abweichungen eine Nachbehandlung ein (LF 12). Dazu wenden sie unterschiedliche Prüfverfahren an und analysieren die erhobenen Daten.

Überwachung, Steuerung und Instandhaltung

Das Bündelungsfach Überwachung, Steuerung und Instandhaltung umfasst die Lernfelder, deren thematischer Schwerpunkt in der Anwendung von Methoden zur Gewährleistung der Betriebsbereitschaft technischer Systeme sowie in der Überwachung und Steuerung von Maschinen und Anlagen liegt.

Im ersten Ausbildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen zur Wartung, Inspektion und Instandsetzung einfacher Maschinen und Geräte anhand technischer Unterlagen. Im Rahmen der Instandsetzung werden hierbei auch steuerungstechnische Systeme und Anlagen mit Hilfe von Schaltplänen analysiert. Dabei stehen pneumatische Steuerungen im Vordergrund. Weiterhin analysieren sie die Bezeichnungen von Betriebs- und Hilfsstoffen und führen Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungsarbeiten unter Beachtung der Vorschriften zum Umwelt- und Gesundheitsschutz durch. Sie dokumentieren die durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen und beschreiben mögliche Fehlerursachen, um diese zukünftig zu vermeiden (LF 4).

Im zweiten Ausbildungsjahr installieren die Schülerinnen und Schüler steuerungstechnische Systeme und stellen deren Betriebsbereitschaft sicher (LF 5). Dazu planen sie pneumatische, hydraulische und elektrische Steuerungen, realisieren diese anhand von Schaltplänen und prüfen deren Funktion. Auftretende Fehler werden von ihnen behoben. Darüber hinaus entwickeln sie Strategien zur Optimierung der steuerungstechnischen Systeme und zur Fehlersuche.

Die in den beiden vorhergehenden Ausbildungsjahren erworbenen Kompetenzen zur Instandhaltung und Systemanalyse werden im dritten Ausbildungsjahr von den Schülerinnen und Schülern zur Instandhaltung der Produktionsanlagen genutzt und vertieft (LF 11). Sie planen Instandhaltungsmaßnahmen an ausgewählten Produktionsanlagen, grenzen bei Prozessstörungen mögliche Fehler ein und veranlassen Maßnahmen zu deren Beseitigung. Dabei leiten sie Optimierungsmöglichkeiten ab, um die Qualität, die Wirtschaftlichkeit und den Arbeits- und Umweltschutz zu verbessern.

Neben der Überwachung der Anlagen erwerben die Schülerinnen und Schüler im vierten Ausbildungsjahr Kompetenzen zur Überwachung und Beurteilung der Prozessqualität von Maschinen und Anlagen (LF 13). Dazu nutzen sie statistische Methoden und errechnen Maschinen- und Prozessfähigkeitsindizes. Aus den Analysen leiten sie Maßnahmen zur Optimierung der Prozesse ab, und überwachen diese mit Qualitätsregelkarten.

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4

80 Std.

Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen

80 Std.

Bauelemente mit Maschinen fertigen

80 Std.

Baugruppen herstellen und montieren

80 Std.

Technische Systeme instand halten

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 5Lernfeld 6Lernfeld 7Lernfeld 8

80 Std.

Steuerungstechnische Systeme installieren und in Betrieb nehmen

80 Std.

Metallurgische Prozesse durchführen

80 Std.

Umformprozesse durchführen

40 Std.

Stoffe vor-, aufbereiten und lagern

exemplarische Lernsituationen

exemplarische Lernsituationen

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 9aLernfeld 10Lernfeld 11

120 Std.

Werkstoffe erzeugen

80 Std.

Werkstoffeigenschaften verändern

80 Std.

Produktionsanlagen instand halten

Lernfeld 9b

120 Std.

Produkte durch Umformen herstellen

exemplarische Lernsituation

exemplarische Lernsituationen

4. Ausbildungsjahr
Lernfeld 12Lernfeld 13

60 Std.

Produkte nach Kundenanforderung bereitstellen

80 Std.

Prozessqualität überwachen und optimieren

exemplarische Lernsituationen

a = Fachrichtungen Eisen- und Stahlmetallurgie und Nichteisenmetallurgie
b = Fachrichtungen Stahlumformung und Nichteisenmetallumformung

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 15.07.2019