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Agenda zur Stärkung der Beruflichen Bildung

Die Berufliche Bildung ist ein entscheidender Faktor für die Stärke, Innovations- und Integrations-kraft sowie die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Gleichzeitig ist sie eine verlässliche Grundlage für ein selbstbestimmtes, gesichertes Erwerbsleben und bietet jungen Menschen vielfältige Chancen.

Das Ziel die Berufliche Bildung zu stärken und in den Fokus von Politik und Gesellschaft zu rücken, hat die Landesregierung bereits zu Beginn der Legislaturperiode im Ihrem Koalitionsvertrag verankert. Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales haben daher gemeinsam die „Agenda zur Stärkung der Beruflichen Bildung“ inhaltlich aufgestellt. Nach einem breit angelegten und systematischen Kommunikationsprozess mit allen Akteuren der Beruflichen Bildung wurde im September 2021 die überarbeitete Fassung der Agenda veröffentlicht.

Die Agenda umfasst 5 Handlungsfelder und über 50 Maßnahmen mit mehr als 200 Handlungsschritten. Die Umsetzung erfolgt fortlaufend in dieser Legislaturperiode und darüber hinaus. Richtungsprägende Umsetzungserfolge einzelner Maßnahmen und Handlungsschritte konnten dabei schon erzielt werden.

Die Handlungsfelder sind:

Handlungsfeld 1: Globalisierungs- und Transformationsprozesse durch Digitalisierung in der beruflichen Bildung umsetzen

Die Globalisierungs- und Transformationsprozesse verändern Arbeits- und Geschäftsprozesse und damit Anforderungen an zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und Institutionen. Die Transformationsprozesse werden in diesem Handlungsfeld technisch, organisatorisch sowie auch didaktisch-methodisch fokussiert.

Globalisierungsprozesse verlangen die Optimierung des immer wichtigeren beruflichen, interkultu-rellen und fremdsprachlichen Kompetenzerwerbs. Dazu werden u. a. Beratungs- und Unterstützungsleistungen verstärkt und verstetigt. Zum anderen wird das dezidierte Ziel strukturell unterstützt, dass 10% der jungen Menschen in Berufsausbildung eine Zusatzqualifikation „Internationale Berufliche Mobilität“ einschließlich eines Auslandsaufenthalts erwerben sollen.

Handlungsfeld 2: Beiträge zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses transparent machen und ausbauen

Die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften sind zentrale Zukunftsaufgaben. Wirtschaft und Unternehmen sind dafür an erster Stelle verantwortlich. Ausbildung ist dabei die wichtigste Säule der Fachkräftesicherung. Mit den Maßnahmen in Handlungsfeld 2 sollen deshalb erweiterte Zugänge in berufliche Bildung eröffnet werden. Gleichzeitig ist die Sicherung und Stärkung der Qualität der beruflichen Bildung eine Aufgabe, bei der die Landesregierung gemeinsam mit den Partnern der Wirtschaft die nötigen Rahmenbedingen schaffen will.

In Branchen mit manifestem und flächendeckendem Fachkräftebedarf und einem direkten Hand-lungsspielraum der Landesregierung (Pflege, sozialpädagogische Arbeitsfelder) werden besondere Maßnahmen eingeleitet, um die Fachkräftesicherung zu forcieren.

Handlungsfeld 3: Übergang Schule-Beruf nachhaltig optimieren

Der Übergang von der Schule in das Berufsleben spielt eine entscheidende Rolle für die Zukunftsperspektive junger Menschen. Daher ist die Förderung des individuellen Berufs- bzw. Studienwahlprozesses eine wichtige und zentrale Aufgabe.

In diesem Handlungsfeld ist u.a. die praxistauglichere und schulformspezifische Weiterentwicklung von „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ als aufwachsendes und lernendes System beabsichtigt. Weiterhin ist z. B. die datengestützte Fortentwicklung der Übergangsgestaltung und wissenschaftliche Evaluation integriert.

Handlungsfeld 4: Lehrkräfteaus- und -fortbildung für leistungsfähige Berufskollegs verstetigen

Dieses Handlungsfeld umfasst neben den schon vom Ministerium für Schule und Bildung auf den Weg gebrachten Maßnahmenpaketen weitere Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel.

Zudem sind Transformationsprozesse durch Digitalisierung aber auch die zunehmende Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in den Berufskollegs zwei Faktoren, welche die Anforderungen an die Lehrkräfte verändern und erhöhen. Hier bedarf es optimierter und zum Teil neuer Verfahren und Angebote der Lehrkräfteaus- und -fortbildung.

Handlungsfeld 5: Regionale Verantwortung der Berufskollegs stärken

Der Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen stellt in Verbindung mit der demografischen Entwicklung, mit den sich verändernden Anforderungen der Arbeitswelt sowie mit den tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen die Berufskollegs zunehmend vor große Herausforderungen. Damit die nordrhein-westfälischen Berufskollegs diese Herausforderungen unvermindert mit ihrem hohen Einsatz und mit kreativen Lösungen in hoher Qualität bewältigen können, müssen mögliche Veränderungen der Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit erprobt werden. Hier stehen die Regionalen Berufsbildungszentren der Berufskollegs im Fokus des Handlungsfelds 5.

Die aktualisierte Version der vollständigen Agenda zur Stärkung der Beruflichen Bildung wird kurzfristig an dieser Stelle zum Abruf bereitgestellt.

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